»Bei der vorliegenden Flinte handelt es sich um ein waffenhistorisch hoch interessantes Stück mit vielen Verbindungen zu anderen Suhler Jagdwaffenherstellern. Otto Reif wurde am 15. April 1884 in Suhl geboren. Sein Vater arbeitet bis 1895 auch bei einem Waffenhersteller und seine Mutter entstammte der bekannten Firma Kerner. Otto begann 1898 eine Lehre als Systemmacher (Schloßmacher) bei der bekannten Firma Simson in Suhl. Zwischendurch absolvierte er seinen Militärdienst und besuchte eine technische Schule in Frankfurt am, Main. Als 1911 die Produktion eines geeigneten PKWs begann, meldete sich Otto Reif zur Fahrzeugproduktion der Firma Simson. Er machte den Führerschein, erhielt die Fahrlehrerlizenz und führte Testfahrten in den Thüringer Bergen durch. Mit Ausbruch des Krieges wurde er Waffenmeister des 71. Infanterieregiments aber auch schon bald wieder nach Suhl zurück versetzt, um weiter in der Rüstungsproduktion zu arbeiten. 1917 erhielt er für besondere Leistungen in der Waffenfertigung einen kaiserlichen Orden.

Nach Kriegsende investierte die Familie Simson die enormen Gewinne aus der Rüstungsproduktion vor allem in die Fahrzeugproduktion. Ab 1921 versuchte er sich auch als Rennfahrer. 1924 wurde Simsons neues Auto 'Supra' vorgestellt und von Otto Reif als Rennwagen genutzt. Er gewann damit 32 Rennen und wurde der erste große Rennfahrer Deutschlands und der Leiter der Rennabteilung von Simson. Unter anderem mit den errungenen Preisgeldern eröffnete er 1926 eine eigene Firma in Suhl, welche Fahrzeuge und Waffen handelte.1928 starb sein Sohn als Motorradrennfahrer. Dieser Schicksalsschlag und die wirtschaftlichen Probleme der Zeit führten zur Insolvenz des eigenen Betriebes. Von 1939 bis 1945 scheint Reif als Geschäftsführer der Firma Heym auf. Mit Kriegsende und der Flucht der Familie Heym in den Westen übernahm Reif Teile der Firmengebäude und gründete sein eigenes Unternehmen, die "Otto Reif Metallwarenfabrik Suhl". Sicher aufgrund seiner Vorkriegsanstellung bestand ein Naheverhältnis zur Firma Simson & Co. in Suhl (die Basküle der vorliegenden Doppelflinte weisen auch Firmenmarken der Fa. Simson auf.) Vermutlich wurden von dort viele weißfertige Flinten bezogen und dann in der eigenen Firma ausgefertigt. Zusätzlich wurde er von den neuen Machthabern als Geschäftsführer der Firma Sauer & Sohn ernannt. Der Nummernblock der vorliegenden Flinte läßt sich der Firma Sauer & Sohn zuordnen. Ab 1950intensivierte die DDR die Bemühungen alle privaten Firmen zu verstaatlichen und so wurde auch der Druck auf Otto Reif immer größer. Angeblich wurde er beim Bau und Verkauf einer Doppelflinte mit Wechsellauf für Josef Stalin so betrogen, daß in keiner anderen Wahl blieb, als die Firma mit ihren 60 Mitarbeitern aufzugeben. Im September 1950 übersiedelte er mit einigen Mitarbeitern und Maschinen nach West-Berlin und fand in der RICA-Werk GmbH eine neue Erwerbsmöglichkeit. Seine ausgezeichneten Kontakte nach Suhl (vor allem zum VEB Fortuna-Werk Suhl - ehemals Sauer & Sohn) halfen ihm beim Verkauf der Waffen im Westen. Am 08. April 1951 starb Otto Reif in West-Berlin an einem Schlaganfall.«

https://www.dorotheum.com/de/l/10263826/

Some info on Reif, but Dietrich Apel always told me Otto Refi was considered to be a lower rung Used Car Salesman, a rapscallion, & due to his unscrupulous acts, he was tared & feathered and then run out on a rail from Suhl.


Serbus,

Raimey
rse